Direkt zum Hauptbereich

#930: Pollereswand bei Breitenstein

Breitenstein – ein Tag zum Durchatmen (und zum Schauen)

Manchmal braucht’s nicht viel: raus aus dem Alltag, rauf in die Gegend, wo die Luft wieder nach Wald riecht und die Gedanken sich von selbst ordnen. Breitenstein ist so ein Platz. Keine große Show, kein „Instagram muss brennen“-Theater – sondern ehrliche Landschaft, Ruhe, Weitblick und diese klassische Semmering-Gegend, die einfach seit Jahrzehnten funktioniert.

Ich mag das ja traditionell: Wanderschuhe an, Kamera mit, kein Stress. Erst gehen, dann schauen. Erst schauen, dann fotografieren. Und am Ende heimkommen mit dem Gefühl: Das war richtig.

Was diesen Tag ausmacht: viel Natur, schöne Lichtstimmungen, ein paar Details am Wegesrand, und immer wieder dieser Blick, der einem sagt: „Passt schon. Muss nicht kompliziert sein.“


Erste Eindrücke: Breitenstein zeigt gleich, was es kann

Schon am Anfang merkt man: Das ist eine Gegend, die nicht geschniegelt sein muss, um zu wirken. Häuser, Hänge, Wald – alles sitzt dort, wo’s hingehört. Und wenn das Licht passt, ist das Motiv praktisch schon fertig, bevor man die Kamera überhaupt einschaltet.

Ich liebe diese Momente, wo man stehen bleibt und sich denkt: „Das ist jetzt eigentlich nur eine normale Ecke“ – und genau deshalb ist sie so gut. Weil’s echt ist. Weil’s nicht geschniegelt wurde. Weil da niemand „Content“ machen wollte, sondern einfach gelebt wird.


Wald, Wege, Weitblick – die klassische Semmering-Mischung

Wenn man in der Gegend unterwegs ist, merkt man schnell: Das ist nicht „nur“ Wald. Da ist Struktur drin. Wechsel aus offenen Stellen, dichterem Grün, kleinen Kanten, wo das Licht schön reinfällt. Und genau das macht’s fotografisch so spannend – du kannst Motive sammeln, ohne dass es sich wiederholt.

Und ja: Ich bleib da oft einfach nur stehen. Kein „weiter, weiter“. Sondern: schauen, atmen, ein paar Sekunden nix tun. Das sind die Momente, die man später im Kopf behält – und die Fotos werden dann fast automatisch besser, weil man nicht hetzt.


Details, die man leicht übersieht – und genau deswegen fotografiert

Ich sag’s, wie’s ist: Oft sind’s nicht die großen Panoramen, sondern die kleinen Sachen. Ein Zaun, eine Kante, ein Stück Weg, ein Blick zwischen Bäumen. Dinge, die man im Vorbeigehen „eh kennt“ – und die am Foto plötzlich Charakter haben.

Und dann wieder ein Motiv, wo man merkt: Das Licht arbeitet mit. Da muss man nicht „zaubern“, da muss man nur rechtzeitig abdrücken – so wie früher halt: richtig stehen, richtig schauen, zack.


Wenn man schon draußen ist: einfach gehen, ohne Programm

Ich plane bei solchen Ausflügen gern nicht alles tot. Klar, grobe Richtung – aber der Rest darf passieren. Mal einen Weg nehmen, der gut aussieht. Mal umdrehen, weil’s woanders schöner ist. Und wenn man fotografiert, ist das sowieso die halbe Miete: Man folgt dem Licht, nicht dem Zeitplan.


Noch ein paar Motive – und dann ist der Tag „rund“

Am Schluss sammelt man noch ein paar Bilder ein, einfach weil’s zu schade wäre, sie liegen zu lassen. Und genau da merkt man: Der Tag war nicht „spektakulär“ im lauten Sinn – sondern gut im besten Sinn. So, dass man am Abend heimkommt und zufrieden ist.


Fazit

Breitenstein ist keine Bühne – und genau das ist die Stärke. Wer raus will, ohne dass man dauernd „was machen“ muss, ist hier goldrichtig. Man geht, man schaut, man atmet. Und wenn man fotografiert, nimmt man genau diese ruhige Stimmung mit nach Hause.

Merksatz des Tages: Es muss nicht immer „mehr“ sein. Oft reicht: genug Natur, genug Licht, genug Ruhe.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#416: Am Kulmriegel

Wanderung am 13. April auf den Kulmriegel und zur Burg Grimmenstein Heute ging es mit ein paar Burschen auf einen Markanten pyramidenartigen Gipfel direkt an der Südautobahn bei Grimmenstein auf den Kulmriegel. Unsere kleine Wanderung beginnt bei Petersbaumgarten und führt, gut markiert mit ca 10 Tafeln "Burg" bis zur Burg Grimmenstein... .. bald sind wir auch schon da! Der Name Grimmenstein steht eigentlich für drei mittelalterliche Burgen. Allerdings haben sich von dem am Gipfel des Kulmriegels liegenden Hochgrimmenstein nur Mauerreste des quadratischen Bergfrieds erhalten. Auch der am unweit gelegenen Kleinberg befindliche Wehrbau Hintergrimmenstein ist nahezu völlig zerstört. Erhalten ist nur die am Südosthang des Kulmriegels liegende Burg Grimmenstein.  Grimmenstein wurde im 12. Jahrhunderts als erste dieser drei Burgen erbaut. Als erster Grimmensteiner wird um 1144 unter den Gefolgsleuten des Grafen Eckbert III von Form...

#531: Mönichkirchen bis Pinggau

Am 29.12.2018 waren wir zwischen Mönichkirchen und Pinggau unterwegs.. einige Schnappschüsse... zuerst beim ehemaligen Bahnhof in Mönichkirchen an der Aspangbahn... Neben dem Bahnhof ein interessantes Gebäude Hier war von 12. bis 25. April 1941 das Führerhauptquartier beheimatet und alle politischen Entscheidungen wurden hier getroffen. Die Stationierung des "Führer-Sonderzugs" war weitgehend geheim und mit dem Decknamen "Frühlingssturm" festgelegt. Grund für die Wahl dieses Ortes war der bevorstehende Feldzug am Balkan und Hitler selbst wollte immer in der Nähe der Front sein, allerdings in einem sicheren Abstand.  Am 12.4.traf Hitlers Zug beim Bahnhof Tauchen-Schaueregg ein und in den folgenden Tagen wurde im südöstlichen Niederösterreich Nazi-Geschichte geschrieben das unter anderem am Balkan Tod und Verderben brachte. In der Nacht zum 26. April 1941 endete die Operation und der Führer-Sonderzug verließ die Gegend beim Bahnhof M...

#892: Portugal2 - Aveiro, Figueira da Foz, Peniche, Nazaré und Sitra

Mit dem Auto geht es von Lissabon nach Porto und wieder retour... Sintra Am Strand von Nazaré Strand in Matosinhos bei Porto Aveiro - Venedig von Portugal Figueira da Foz Peniche