Wiesen und Forchtenstein

Ausflug am 4.1.2013


Unsere heutige Tour führt Gerhard und mich ans Rosaliengebirge in den Bezirk Mattersburg und da vor allem in die hügeligen Orte Wiesen und Forchtenstein.

1) Das Festivalgelände

Erste Station heute war das Festivalgelände in Wiesen.




Seit 1976 finden auf dem im nördlichen Teil von Wiesen gelegenen Festivalgelände regelmäßige Veranstaltungen statt. Das charakteristische Festzelt, eine Stahlseilkonstruktion, bietet Platz für 4000 Besucher, ein Open-Air-Bereich für weitere 4000. Festivals wie Forestglade, Sunsplash, Two Days A Week, Spring Vibration, GrooveQuake oder das Urban Art Forms Festival bringen insgesamt über 100.000 Besucher in die Erdbeergemeinde. Das „Jazzfest Wiesen“ findet jährlich im Juli statt.

2) Die Schiwiese

Für jemanden, der neben dem Semmering wohnt und ins Burgenland eher nur dann fährt, wenn es wärmer ist und dann mit dem Rad, ist die nächste Location in Wiesen fast etwas kurios: die Schiwiese.




Zahlreiche Veranstaltungen auf der Piste (Schirennen, Zipflbobrennen, etc.) machen Wiesen immer wieder zum Treffpunkt zahlreicher Promis. Die über 300 m lange Schleppliftanlage wurde 2003 feierlich eröffnet und auf den Namen Gaisrückleiten-Schilift von Ing. Anton Koch getauft.

Homepage: http://www.schiklubwiesen.at/



Nächste Station unserer Ausflugsfahrt: der Hügel gegenüber dem Schilift.

Spätestens jetzt merken wir, dass wir uns in einem sehr hügeligen Gebiet befinden...



Blick vom Hügel vis-a-vis auf die Schipiste



Einer der Hänge des Ortes Wiesen


Wiesen liegt am Fuße des Rosaliengebirges zwischen Bad Sauerbrunn und Forchtenstein auf einer Höhe von 306 m ü. A.. Im Gemeindegebiet befindet sich der Naturpark Rosalia-Kogelberg.

3) Der Kreuzweg zum Hohen Stein


Der fast 700 Meter lange Kreuzweg wurde am 1.4.2007 von Diözesanbischof Dr. Iby geweiht. Errichtet wurden 15 Stationen, beginnend am Ausgang der Neustiftgasse/Wiesen bis zur Anhöhe Kirchäcker und zum "Hohen Stein".
Wir wandern auf dem Kreuzweg entlang immer leicht bergauf.



Die Bildstöcke aus gepresstem Sandsteinmehl zeigen im Gehäuse Motive der Leidensgeschichte Jesu auf gebranntem, bemaltem Ton, künstlerisch gestaltet von der Wiesener Künstlerin Gisi Strobl. Initiiert wurde der Kreuzweg von der Wiesener Mariazeller Wallfahrtsgruppe.

Schließlich sind wir am Ziel, beim Hohen Stein, angekommen. Hier befindet sich hier ein schönes Kreuz und man hat von hier aus einen weiten Blick ins Land.



4) Die Annakapelle




Hoch über Wiesen, am Ende des Ortsteiles „Graben“, am Rosalienweg, hat sich Herr Stefan Feurer jun. Unweit seines eigenen Hauses den Traum einer eigenen Kapelle erfüllt. Denn bereits im Jahr 1998 versprach Herr Feurer seiner „Anna-Tante“ zum 75. Geburtstag eine eigene Kapelle. 2001 war es dann soweit. Gemeinsam mit seinem Vater hat er in nur drei Monaten unter Mithilfe mehrerer Freunde die Kapelle auf einer Grundfläche von 4 x 3 Metern errichtet und zur Gänze aus eigenen Mitteln finanziert.

Die Segnung der Kapelle erfolgte am 25.8.2001 durch den damaligen Ortspfarrer Prälat Martin Sack. Ein Fixpunkt ist eine alljährliche Maiandacht sowie eine Feldmesse am Annatag (26. Juli). Zahlreiche Pilgergruppen haben inzwischen auf ihrem Fußweg nach Maria Zell bei der Annakapelle ihre Rast und Labestation eingeplant.
 


5) "Schmoiztesn"


Als nächstes wandern wir wieder auf einen Hügel, und zwar auf den 537 m hohen Kogel. Da Wiesen ja nur auf etwas über 300 m Seehöhe liegt, haben wir, obwohl wir schon von einem kleinen Hügel unsere kurze Wanderung starten, trotzdem noch ca 150 Höhenmeter zu gehen..

Steil ging es bergauf...



Warum hier dieses Tor mitten im Wald steht, wissen wir nicht....



Endlich am Ziel angekommen...




Der Legende nach kommt der Name dieses Ortes daher, weil in der Besatzungszeit die Bevölkerung ihre Lebensmittel hier vergraben hatten. (Schmoiztesn = Ein Gefäß zur Lagerung von Schmalz)




6) St. Josephs-Kapelle

Nach unserer kleinen Wanderung fahren wir mit dem Auto weiter in Richtung Forchtenstein.
Auf dem Weg dorthin sind wir bei der St. Josephs-Kapelle vorbeigekommen.

Es handelt sich um eine offene Kapelle auf Steinsockel, welche 2011 neu renoviert wurde. Den Giebel umzieht ein dick profiliertes Gesims und als Bekrönung ist eine Kugel mit Kreuz angebracht. Im Giebel befindet sich eine Blattkartusche mit der Inschrift: „Ex voto 17 G W 27“. Im inneren der Kapelle befindet sich ein schönes Holzrelief, welches die „Flucht nach Ägypten“ darstellt.




7) Kalkbrennerofen










8) Der größte Ritterhelm der Welt


Direkt neben dem Kalkbrennerofen befindet sich diese Sehenswürdigkeit. Kinder können diesmal richtig in die Welt der Ritter einsteigen und drinnen stecken – im wahrsten Sinne des  Wortes: Sie können in einen riesigen Ritterhelm mit mehreren Metern Durchmesser hineinklettern und erleben, wie die Welt aus dem Helm heraus ausschaut! Natürlich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene..

Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Mattersburg durchgeführt.
Derzeit ist der Zugang zum Helm jedoch leider abgesperrt.




9) Forchtenstein




Der Ort Forchtenstein hat 2806 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) und ist vor allem durch die dominante Burg bekannt.

Bevor wir zur Burg kommen, sind wir bei diesem beeindruckenden Gebilde vorbeigekommen.



Von hier aus haben wir einen tollen Blick zur Burg





Die historisch sehr bedeutende Burg beherrscht den landschaftlichen Umkreis der Gemeinde und markiert durch ihren felsigen Untergrund einen geologischen Übergang zum Rosaliengebirge. Hier liegt auch das Quellgebiet der Wulka, die nach Nordosten zum Neusiedlersee fließt.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Burg Forchtenstein unter den Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein als ungarische Grenzburg errichtet und diente in den Türkenkriegen als wichtiges Bollwerk. Seit dem frühen 17. Jahrhundert ist sie im Besitz der Familie Esterházy. Kern der gewaltigen Burganlage ist das Hochschloss, das im 17. Jahrhundert seine heutige Form erhielt, unter anderem mit barocker Burgküche (Wallfahrtskirche hl. Rosalia). Die Burg beherbergt mehrere Dauerausstellungen, die – neben den Ausstellungen im Schloss Esterházy in Eisenstadt – die Geschichte und Schätze des alten Adelsgeschlechtes Esterházy zeigen – deshalb trägt die Burg auch die Bezeichnung „Tresor der Esterházy“.

Wichtige Schätze der Burg Forchtenstein:


1. Esterházy-Schatzkammer: einzig komplett erhaltene barocke Kunst- und Wunderkammer in Europa mit Objekten aus Gold, Elfenbein und wertvollen Steinen, Automaten und exotischen Tierpräparaten


2. Esterházy-Ahnengalerie: in den Repräsentationsräumen der Burg befindet sich die größte barocke Ahnenbilder-Galerie Mitteleuropas und die in Europa einzige erhaltene Sammlung von Silbermöbeln aus dem Barock

3. Zeughaus und Waffensammlung: ehemaliges fürstliches Zeughaus, heute die größte private Waffensammlung Österreichs

Wir fahren bei der Burg vorbei und klettern noch ein paar Höhenmeter bergauf, damit wir einen noch etwas besseren Blick auf die Burg haben.



Am Hügel angekommen, haben wir aber auch einen schönen Blick auf die andere Seite des Hügels!




Zum Abschluss unseres Tages am Rosaliengebirge - der Blick von Oben auf die Burg Forchtenstein:




Ich hätte nie gedacht, dass das Burgenland auch so hügelig sein kann...