#223: REISEARCHIV: Reise 12: Barcelona - Stadt der ständigen Erneuerung



BARCELONA - Stadt der ständigen Erneuerung
Kulturreise 6.-11. Juni 1998


Einige Daten über die Stadt:
Hauptstadt von Cataluña
Einwohnerzahl: 1.715.000
Meereshöhe: 4 m



Barcelona, im Norden Spaniens am Mittelmeer gelegen, ist sicherlich die wirtschaftlich aktivste und kosmopolitischste Stadt in diesem Land. Hier versucht man, immer modern zu sein, den neuesten internationalen Tendenzen zu folgen oder ihnen vorauszueilen. Dem Besucher wird das besonders in der Architektur, die ein hervorragendes Abbild des allgemeinen Lebensgefühls in dieser stets pulsierenden Stadt darstellt, vor Augen geführt.


Natürlich hat Barcelona eine lange Geschichte, und wir finden Bauwerke der Romanik, Gotik, Renaissance oder sogar noch älterer Epochen, aber besonders charakteristisch ist, was hier während der letzten rund hundert Jahren entstanden ist. Barcelona war ein Zentrum des modernistischen Stils um die Jahrhundertwende, und es war besonders der geniale Antoní Gaudí, der zusammen mit seinen großen Zeitgenossen der Stadt ein neues und aufregendes Gesicht verlieh, blieb aber seither an der Spitze der Moderne. Wer heute die neuesten architektonischen Tendenzen erkunden will, sollte hier damit beginnen... 

Samstag, 6. Juni (7 km)

6,50 – 9,10 Flug, anschließend Busfahrt bis ins Stadtzentrum und danach gleich Hotelsuche.


Foto: Unser Hotel "Ambassador" in der Nähe vom Plaza Catalunya




Hier einmal einige Fotos vom Zentrum der Stadt in der Nähe vom "Plaza Catalunya":




























Der erster Spaziergang nach dem einchecken führt uns in das Gotisches Viertel der Stadt, das Barrio Gótico.




Hier befindet sich auch die gotische Kathedrale. Sie wurde konstruiert zwischen 1298 und 1450. Die Fassade und die 90 Meter hohe Kuppel entstanden im 19. Jahrhundert.




Ein Innenhof der Kathedrale ist ohne Dach und es wohnen Gänse hier...





Barrio Gótico
Das gotische Stadtviertel ist einer der interessantesten und zugleich ältesten Teile von Barcelona. 








Die Plaza de Sant Jaume war zur Zeit der alten Römer Forum, und im gesamten Stadtteil können noch Befestigungswerke aus dieser Zeit besichtigt werden, beispielsweise das Tor auf der "Plaça Nova". Auf diesem Platz befinden sich folgende Gebäude:


1) Der Palau de la Generalitat
Die Fassade beinhaltet Elemente der Gotik und der Renaissance. Von besonderem Interesse ist der Innenhof, "Patio de los naranjos" mit seinen gotischen Treppen.

2) Palau del Ayuntamiento
das Rathaus. Die Fassade ist neoklassisch, der Innenhof gotisch. Der "Salon de las Cronicas" ist besonders wertvoll.

In der Calle Paradis findet sich ein alter Mühlstein, der die höchste Erhebung des Hügels Táber markiert. Hier lebten schon lange vor der Römerzeit iberische Stämme. Auf der Plaza del Rei befinden sich die Iglesia de Santa Agata, der Palacio del Archivo de la Corona de Aragón und der 

Palacio Real Mayor

Ursprünglich der Palast der Grafen von Barcelona. Besonders interessant sind der "Salon de Tinell" aus dem 14. Jahrhundert, die Verglasung aus dem 11. Jahrhundert, und der "Mirador del Rei Martí". In letzterem befinden sich die Kapelle der "Santa Agueda", ein gotischer Tempel aus dem 14. Jahrhundert, und der Zeremoniensaal der Grafen von Barcelona, in welchem angeblich Christoph Columbus nach seiner Rückkehr aus Amerika dem spanischen König vorgestellt wurde. 

Gleich in der Nähe sind die mittelalterlichen Paläste Casa dels Canonges, Pia Almoina und Ardiaca und die gotische Kathedrale. 

Ca. um 13 Uhr essen wir (Fischsuppe, Paella) und fahren danach in Richtung Tibidabo zum Wissenschaftsmuseum (Museo Sciencia). Nach einer einstündigen Pause im Hotel (19-20 Uhr) machen wir einen Abendspaziergang: Avinguda Diagonal, Calle Villarroel, Calle Muntaner und weiter zu Fuß bis zum Hotel. Das Abendessen genießen wir im italienischen Gasthaus “La Mamma” und kurz vor dem schlafengehen trinken wir noch ein Glas Bacardi Cola an der Hotelbar.










... ein paar Altstadtimpressionen!







Sonntag, 7. Juni (14 ½ km)

Um 7,30 Uhr (wie üblich) aufstehen, Frühstück – 9,30 Uhr.
Heute fahren wir mit der Metro bis zum Kolumbusplatz und wandern von dort zu Fuß fast 5 km bis zum Olympischen Dorf.


Auf der "Rambla".... ein paar Impressionen!















Las Ramblas 

Dieser 2 km lange Boulevard zwischen der Plaza de Cataluña und dem Hafen ist vielleicht die Quintessenz von Barcelona. Hier finden wir Spaziergänger jeden Alters und aller sozialer Schichten, Blumen- und Gemüsestände, Schuhputzer, Straßentheater, große Geschäftsgalerien, Straßencafés, Terrassen und Theater. Besonders schöne und interessante Gebäude sind: die Academia de Sciencias (wissenschaftliche Akademie), mit ihrer gigantischen Uhr aus dem Jahr 1868.



Die gotisch-barocke Kirche de Betlem und der Palacio de Moya mit seinen großen Sälen und hervorragenden Wandgemälden, der häufig für Ausstellungen benutzt wird. Der Mercado de La Boquería ist der wichtigste und meistbesuchte Markt in der Stadt. Die "Pla de la Boqueria" ist das alte Stadtzentrum von Barcelona. Im Palacio de la Virreina, heute Sitz der Kulturabteilung der Landesregierung, finden häufig Kunstausstellungen statt. 








El Puerto
Der Hafen, befindet sich am Ende der Ramblas und wird vom Turm Colón, der Kolumbussäule, von dem aus man einen wunderbaren Überblick über Barcelona und besonders nahegelegenen Boulevard Paseo de Colón hat, dominiert.






Auf dem Weg liegt am Moll Espagna das Aquarium (Besichtigung) und das Maremagma (dort um ca. 12,30 Uhr Mittagessen bei “Pokins Burger”)








Nach der Mittagspause (15-18 Uhr) im Hoteleigenen Swimmingpool fahren wir mit der Metro in den Stadtteil Poble Nu. Dort spazieren wir auf der Rambla del Poble Nu in Richtung Süden bis zum Mittelmeer-Ufer. Danach gehen wir zurück zur Metrostation und spazieren weiter auf der Straße Carrer dels Almogavers in Richtung Westen und dann Richtung Süden bis zum Olympischen Dorf. Dort besuchen wir das Lokal “Planet Hollywood” und lassen den Abend mit einem exclusiven Abendessen im Stadtteil La Barceloneta ausklingen.

La Barceloneta

Wo es ursprünglich hauptsächlich Hafentavernen gab, wuchs in letzter Zeit eine Infrastruktur moderner Gastronomie heran. Vom extravagant eingerichteten Speiselokal bis zur gerade unglaublich modernen Spelunke findet hier jeder, was er sucht. Das Publikum setzt sich hier ebenso aus den "beautiful people" der Stadt wie Touristen zusammen.

Um das sehr üppige Abendessen auch gut zu verdauen, spaziere ich danach noch entlang der Meerseite vom Olympischen Dorf bis zum Placa del Portal de la Pau (Kolumbusplatz), die Rambla entlang in Richtung Norden bis zur Universität und dann erst zum Hotel zurück.

Montag, 8. Juni (8 ½ km)

Am vormittag wandern wir etwa 5 km weit durch den Stadteil “El Eixample” oder “El Ensanche”




El Ensanche
Das moderne Zentrum der Stadt, konstruiert zwischen 1870 und 1936 nach dem Plan des Architekten Cerdá, der hier einen Luxus-Wohnbezirk für die Bourgeoisie schaffen wollte und Barcelona auf das Fünffache seiner ursprünglichen Ausmaße vergrößerte. 








Auf dem nächsten Foto sieht man es: alle Straßen stehen im rechten Winkel zueinander, eine sehr unübliche Konstellation im europäischen Städtebau. 


Die bekanntesten Gebäude im Ensanche sind die Arbeiten von Antoní Gaudí, etwa die große Kathedrale Sagrada Famila, der Park Güell und der Palacio Güell, sowie die Casa de los Punxes und die Casa Amatler de Puig i Cadalfach, allesamt Meisterwerke modernistischen Stils. Der zentrale Platz im Ensanche ist die Plaza de Cataluña, deren Ausmaße mit jenen des Vatikan vergleichbar sind, und die prototypisch für die in Barcelona vorherrschende Mentalität der ständigen Erneuerung steht und immer wieder umgebaut und neu gestaltet wurde, zum bislang letzten Mal 1986. Weiters finden wir den Paseig de Gràcia, einen weiten Boulevard mit kuriosen Bänken und Bananenpflanzen sowie La Diagonal, die das gesamte Stadtviertel kreuzt. 



Das Barcelona von Antoni Gaudí
Antoni Gaudi war weltweit einer der bedeutendsten Architekten in der Epoche des Modernismus. In Barcelona befinden sich viele seiner hervorragendsten Werke: Finca Güell, Das Portal der Finca Miralles, "Passeig Manuel Girona", das "Casa Calvet" und auch das


Wir besuchen das "Casa Mila" - hier ein paar Eindrücke:



Die unregelmäßig geschwungenen Außenmauern dieses Gebäudes erinnern an Sanddünen in der Wüste. Gaudís Zeitgenossen fanden sein Werk zu futuristisch und gaben ihm den Spitznamen "La Pedrera", Steinbruch. Heute gilt es als ein Meilenstein in der Geschichte moderner Architektur.













Danach wandern wir weiter...






Um ca. 14 Uhr genießen wir das Mittagessen in der Nähe der Kathedrale Sagrada Familia.









Sagrada Familia 
Diese große Kathedrale wurde inspiriert von gothischer Bauweise und dennoch ein Wahrzeichen moderner Architektur.








Nach Gaudís Plänen sollten auf den Emporen des gigantischen Gotteshauses nicht weniger als 1500 Sänger, 700 Kinder und 5 Orgeln Platz finden. Doch der Architekt verstarb, bevor er sein größtes und meistgeliebtes Werk vollenden konnte. Wird die Stadt Barcelona dieses monumentale Projekt je zu Ende bringen?

Hier einige schöne Impressionen...





   
 






Die Sagrada Familia ist aus der Nähe betrachtet nicht viel mehr als eine Fassade...













Danach spazieren wir weiter zum "Hospital de la Santa Creu i Sant Pau", einem Klinikkomplex im katalanischen Jugendstil...

Schließlich kehren wir um etwa 17 Uhr zum Hotel zurück. 

Danach fahre ich mit der Metro zum Strand mache dort mein obligatorisches Bad im Mittelmeer. Die Wassertemperatur beträgt ca. 21 °C und der kühle Meereswind ist auch nicht viel wärmer. Im Wasser ist es zwar angenehm, aber zum sonnen ist es doch etwas zu kühl.


Nach der Rückkehr im Hotel machen wir einen Einkaufsbummel im Kaufhaus El corte Inglés und spazieren danach noch auf den Ramblas vom Plaza de Cataluña in Richtung Hafen.


Dienstag, 9. Juni (7 km)

Der heutige Spaziergang führt uns durch den Stadteil La Ribiera und den Casc Antic. Hier befindet sich zum Beispiel der Palau de la Musica Catalana, ein beeindruckendes Konzerthaus modernistischen Stils. Wir besichtigen das Picassomuseum und fahren anschließend mit der Metro bis zur Station Tibidabo. Der Park am Hügel ist jedoch heute geschlossen. Daher fahren wir gleich weiter bis zur Station Paral-lel und spazieren wieder in die Innenstadt.


Nach der Rückkehr zum Hotel und einer zweistündigen Pause im Pool genießen wir unser Abendessen und vertreiben uns von ca. 21 bis 23 Uhr mit Computerspielen in einer Spielhalle die Zeit. Danach marschiere ich die Ramblas entlang am Hafen vorbei bis zum Moll d’Espanya. Dort befindet sich das Maremagma, ein 2stöckiges großflächiges Gebäude, in dem mehrere Discos und zahlreiche andere Lokale untergebracht sind. Sogar werktags sind hier ab 22 Uhr bis in die frühen Morgenstunden fast alle Lokale mit Nachtschwärmern überfüllt. Vor allem die Discos im Freien sind sehr beliebt, da hier überall freier Eintritt ist. Allerdings sind die Getränke relativ teuer. Um ca 3 Uhr verlasse ich das Maremagma wieder und mache mich auf den Weg zu unserm Hotel. Aber selbst um diese Zeit, und obwohl Dienstag ist und keine Ferien sind, befinden sich in jedem Lokal noch mindestens hundert tanz- oder trinkfreudige, je nachdem. 

Mittwoch, 10. Juni (10 km)

Heute spazieren wir zuerst vom Hotel bis zum Plaza d’Espanya.



Foto unten:
"La Monumental" - die Arena von Barcelona. Bei unserer Reise damals war es noch eine Stierkampfarena, doch der letzte Stierkampf fand dort bereits am 25. September 2011 statt..Nach einem Volksbegehren hatte das katalanische Regionalparlament am 28. Juli 2010 weitere Stierkämpfe verboten. Als zukünftige Nutzung sind vor allem Musikveranstaltungen und Zirkusvorstellungen vorgesehen. Im Juni 2014 wurde kolportiert, dass der Emir von Katar mehr als zwei Milliarden Euro aufwenden wolle, um die Arena zu kaufen und in die drittgrößte Moschee der Welt umzubauen.



Foto unten: "Frau mit Vogel" - Joan Miró





Danach geht die Wanderung weiter bis auf den Montjuic.

Montjuic
Der Berg Montjuic erhebt sich, vom Hafen ausgehend, über die gesamte Stadt. Die Festung aus dem 17. Jahrhundert, umgeben von schönen Parks, war Schauplatz der Weltausstellung von 1929, für die auch das Pueblo Español gebaut wurde, deren Gebäude alle in Spanien typischen architektonischen Stilrichtungen repräsentieren. Auch die Olympischen Spiele fanden hier 1992 statt.







Von hier heroben hat man einen sagenhaften Blick auf den Plaza d'Espanya in Bildmitte und die Großstadt..




Hoch oben auf dem Berg Montjuic befindet sich das Olympiastadion von Barcelona, das Estadi Olímpic de Montjuic. Es wurde im Jahre 1929 zur zweiten Expo-Weltausstellung von Pere Domich i Roura gebaut. 



Das Bauwerk ist ein meisterhaftes architektonisches Glanzstück und daher eine der für Touristen imposantesten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Besonders sportbegeisterte Besucher der Stadt Barcelona sollten eine Besichtigung des berühmten Stadions nicht verpassen. 



Alle Tribünen und ebenfalls die Gänge des Gebäudes sind für Besucher das ganze Jahr hindurch kostenlos zugänglich. 




Ganz oben am Berg befindet sich das "Castell". Barcelonas Festung wirkte als Schutz des Hafens und der Stadt aber auch als Zwingburg fremder Herrschaft über die Stadtbewohner.








Obwohl der "Berg" nur 173 Meter hoch ist, bietet sich uns ein toller Blick auf das riesige Hafengelände und die Stadt!















Nach dem tollen Ausblick auf den Hafen von Barcelona fahren wir mit der U-Bahn bis zum Berg Tibidabo.

Hier auf dem Berg befinden sich ein großer Vergnügungspark und eine prächtige Kirche und man kann auf die Spitze der Kirche mit einem Aufzug fahren. Den Gipfel des 350 Meter hohen Hügels erreicht man mit der einzigen Straßenbahn, die heute noch in Barcelona existiert.












Auf dem Kirchturm:




Von 17-20 Uhr machen wir wieder eine Pause im Hotel und ich nutze die Gelegenheit wieder für ein Bad im Pool am Hoteldach. Danach unternehme ich einen Abendspaziergang durch die Ramblas und besuche die Disco im Barri Gotic und lasse den letzten Abend in Barcelona wieder im Maremagma am Hafen ausklingen. Um etwa 2 Uhr mache ich mich auf den Heimweg.

Donnerstag, 11. Juni (0,5 km)

Heute müssen wir wieder die Heimreise antreten. Um 14:50 Uhr geht unser Flug, deshalb müssen wir spätestens mit dem Bus um 12 Uhr zum Flughafen fahren. Bis dorthin machen wir am Placa Catalunya noch kurze Einkäufe und ich fotografiere nocheinmal alles. Planmäßig treten wir dann um 12 Uhr unsere Heimreise an. Die Flugdauer bis Wien beträgt etwa 2 Stunden

Schön war's - hier noch ein letztes Foto dieser faszinierenden Metropole:




Bemerkung:
Gesamte Gehstrecke während 5 ½ Tage Barcelona: 47,5 km
“Geschossene” Dias: 260



demnächst -> nächste Reise: Reise 13: Istanbul, Metropole zwischen Ost und West