#271: REISEARCHIV: Reise 13: Istanbul, Metropole zwischen Ost und West




Damit Erinnerungen nicht verlorengehen, veröffentliche ich nach und nach meine Reisen aus den 90er-Jahren. Sicherlich, im Internet gibt es Unmengen qualitativ höherwertiger Bilder. Aber ich möchte ausschließlich meine eigenen Bilder von damals - etwas bearbeitet - verwenden, damit die Reiseberichte autentischer sind und die wirklichen Erinnerungen von damals darstellen.


Istanbul, Metropole zwischen Ost und West

22.-26. OKT 1998


DO, 22.08.1998
Um 7 Uhr bin ich aufgestanden und um halb acht Uhr startete die Fahrt mit dem Bus nach Wien, wo wir um 12:30 Uhr mit dem Flugzeug Richtung Südosten abgeflogen sind. Um ca 14:30 Uhr (= 15:30 Uhr türkische Sommerzeit) kommen wir in der orientalischen Metropole an und sind danach gleich in unser Hotel "Seres" mitten im Zentrum gefahren. Zwischen 18 und 19 Uhr spaziere ich vor dem Abendessen noch kurz alleine zur Hagia Sofia-Moschee und retour. Nach dem Abendessen spazieren wir dann zu Viert bis etwa 23 Uhr zur Blauen Moschee, zur Hagia Sofia, zum Bahnhof, zur Taubenmoschee bis zur Galatabrücke und befinden uns am Schluss im Stadtteil Galata. Gesamte heute zu Fuß zurückgelegte Strecke ca. 4 km.

FR, 23.08.1998
Nach dem Frühstück nehmen wir am heutigen Vormittag an einer Rundfahrt mit Führungen zur Blauen Moschee und zum Gewürzbasar bei der Taubenmoschee teil. Am Nachmittag besichtigen wir den "Kanonentorpalast" und spazieren anschließend im Großen Basar, dem "Beyazit Camil".

Am Abend zwischen 18 und 20 Uhr spazieren wir zu Viert vom Großen Basar zum Hotel zurück und gehen dazwischen in ein türkisches Restaurant. Nach einer Pause im Hotel mache ich dann noch bis 2 Uhr einen verlängerten Abendspaziergang vom bis nach Taxim. Dort Besuch ich ein "American Pub" und das Pub „Barcelona“, ein Lifemusik-Lokal auf drei Etagen. Am Schluss wandere ich dann etwa eine halbe Stunde lang zum Hotel zurück. Gesamte heute zu Fuß zurückgelegte Strecke ca. 7 km.


SA, 24.08.1998
• Vormittag Besuch und Führung in der Hagia Sofia
• Anschl. Fahrt Richtung Norden – Mittagessen in einem Fischrestaurant am Bospo-rus
• 15-17 Uhr: Schiffahrt im Bosporus und im Goldenen Horn vom Fischrestaurant bis Istanbul
• anschl. Pause im Hotel – 19:45 Uhr
• 19:45 – 23:45 Uhr Folkloreabend mit Abendessen, Belly Dance, Gesang und Dar-bietungen osmanischer Folkloregruppen
• 23:45 – 4:00 ( 3:00 Uhr türkische Winterzeit): Wieder Spaziergang nach Taxim mit Besuch in div. Pubs, Alternativmusic-Keller, Disco „Roxy“. 

Gesamte heute zu Fuß zurückgelegte Strecke ca. 7 km 



Hier zeige ich Euch jetzt die Fotos, die ich von Donnerstag bis Samstag gemacht habe:


1) Die Altstadt von Istanbul



a) Ayasofia (Hagia Sophia)


Die mächtige, derzeit in rötlichem Pastell leuchtende Hagia Sophia oder Kirche der Göttlichen Weisheit gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Welt. Fast 100 Jahre lang war sie das geistliche Zentrum des byzantinischen Reiches. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurde sie zur Hauptmoschee der Stadt am Goldenen Horn. Das großartige und geschichtsträchtige Baudenkmal hat seit 1935 den Status eines Museums, das von zahlreichen interessierten Touristen aus der ganzen Welt besucht wird.


Kaiser Konstantin hat im Jahre 326 den Bau einer Basilika veranlaßt die später nach der Göttlichen Weisheit (Hagia Sophia) benannt wurde. Dieses Gotteshaus fiel im Jahre 404 einem Brand zum Opfer. In der Folgezeit wurde es immer wieder aufgebaut und durch Unruhen (532) und Erdbeben (557) wieder zerstört. 563 schließlich erlebte sie die feierliche Neueinweihung.



In osmanischer Zeit wurde die Hagia Sophia in eine Moschee umgewandelt und es kamen vier Minarette hinzu. Bei den Restaurierungsarbeiten Mitte des 19. Jahrhunderts kamen einige der von den Türken übermalten Mosaiken wieder zum Vorschein und seit 1935, als die Kirche Museum wurde, konnten weitere Mosaiken freigelegt werden.


Die Hagia Sophia ist eine Kuppelbasilika mit einem Mittelschiff, dessen beide Seiten je zwei Seitenschiffe zugeordnet sind. Wie mächtig das Gotteshaus ist, zeigen seine Ausmaße. Der Bau ist über 100 m lang und allein das Mittelschiff hat eine Breite von 32,3 Metern. Die Hauptkuppel hat einen Durchmesser von etwa 31 Metern und ist 55,6 m hoch. Zur Hauptkuppel steigen sechs kleine und zwei größere Halbkuppeln empor. Die nachträglich angebauten Streben, Stützen und türkischen Nebenbauten verstärken den Gesamteindruck des Bauwerks.




b) Sultan Ahmet Camii (Blaue Moschee)

Die Sultan Ahmet-Moschee, von den Touristen auch als „Blaue Moschee“ bekannt, ist der eindrucksvollste islamische Sakralbau in der Metropole am Goldenen Horn. Das Gotteshaus wurde 1616 nach insgesamt siebenjähriger Bauzeit fertiggestellt. Hier sollten alle wichtigen religiösen Veranstaltungen abgehalten werden, vor allem das Bayram-Fest und von hier aus brachen in der Vergangenheit die Pilgerzüge nach Mekka auf.


Als einzige der Istanbuler Moscheen verfügt die Sultan Ahmet Camii über sechs Minarette. Vier Minarette mit je drei Umgängen markieren die Ecken des eigentlichen Bethauses, zwei kleinere Minarette mit je zwei Umgängen stehen an den beiden äußeren Ecken des Revak.

Die Architektur der Moschee folgt dem Vierpaß-Konzept. Vier gewaltige Elefantenfüße mit je 5m Durchmesser halten nicht nur die Tragebögen der Hauptkuppel sondern auch die Bögen der Seitenräume. Die monumentale Wirkung des 51 x 53 weiten Innenraumes wird durch verschiedene Bögen verstärkt. Entscheidend für die Raumwirkung ist vor allem auch die Hauptkuppel die einen Durchmesser von 23,5 m aufweist. Ihr Scheitel erreicht eine Höhe von 43 Metern.


Durch einen umfriedeten äußeren Moscheegarten gelangt man in den Vorhof der Moschee. 26 Granitsäulen mit Stalaktitkapellen und 30 kleine Kuppeln zieren den Revak, der von drei monumentalen Eingangstoren durchbrochen wird. Ein sehr kunstvoll gestaltetes Stalaktitgewölbe krönt das Hauptportal. Genau in der Hofmitte befindet sich ein schöner sechseckiger Sadirvan (Reinigungsbrunnen).



c) Yeni Cami (Neue Moschee/Taubenmoschee)


Pulsierendes Herz von Istanbul ist der Stadtteil Eminönü, der sich direkt südlich von der Galatabrücke in der Altstadt ausbreitet. Hier befinden sich der Gewürzbasar und wichtige Niederlassungen von Industrieunternehmen, Banken, Versicherungen, etc. Beherrscht wird der Stadtteil von der Yeni Cami, der Neuen Moschee oder auch Taubenmoschee genannt. Die Yeni Cami ist eine weithin sichtbare Landmarke und Musterbeispiel für die klassische osmanische Architektur. Nach einer relativ kurzen Bauzeit von nur drei Jahren konnte die neue Moschee ihrer Bestimmung–übergeben werden. Die Moschee steht auf kreuzförmigen Grundriß. Die 36 m hohe Kuppel hat einen Durchmesser von 17,5 Metern und ruht auf vier Elefantenfüßen.

Hunderte von Tauben, die sich bevorzugt auf der großen Freitreppe niederlassen, haben dem Sakralbau den Beinamen „Taubenmoschee“ eingebracht.


Unten: Direkt neben der Yeni Cami befindet sich die Rüstem Pasa Camii (Fayencenmoschee), die auch zu den schönsten islamischen Sakralbauten der Stadt zählt.



d) Misir Carsisi (Gewürzbasar)

Schon in byzantinischer Zeit hatte sich hier in Eminönü ein großer Lebensmittel und Gewürzmarkt etabliert.


Eingang zum Gewürzbasar am Eminönü-Platz neben der Taubenmoschee


e) Süleymaniye Camii (Süleyman-Moschee)



Unweit und im Blickfeld der Yeni Cami befindet sich die Süleymaniye Camii (Süleyman-Moschee). Eine Besichtigung dieses Bauwerkes mit seinen zahlreichen Nebengebäuden ist ein absolutes Muß für jeden Istanbul-Besucher. Der auf geheiß von Sultan Süleyman I. (dem Prächtigen) auf einer Plattform hoch über dem Goldenen Horn angelegte Moscheebezirk gehört zu den bedeutendsten Leistungen osmanischer Baukunst.



Der mächtige Sakralbau steht erhöht auf einer planierten Fläche, die auf drei Seiten von einer starken Mauer eingefaßt ist. Die Ausmaße sind gewaltig: Der nahezu quadratische Innenraum hat eine Seitenlänge von fast 60 Metern und es haben mehr als 4000 Gläubige Platz. Vier gewaltige Elefantenfüße tragen die 48m hohe Kuppel, die einen Durchmesser von 27,5 Meter hat.


f) Kapali Carsi (Großer Basar)

Der Große Basar von Istanbul erstreckt sich über eine Fläche von annähernd 20 ha zwischen dem Universitätsviertel im Westen und der Nuruosmaniye-Moschee im Osten. Einer der 25 Eingänge befindet sich direkt bei der Beyazit Camii, der Beyazit-Moschee.



In dem Gewirr von fast 90 größtenteils überdachten und deswegen halbdunklen Gassen, das von einer hohen Mauer und etwa 25 Toren umgeben ist, gibt es rund 5000 Verkaufsstellen.



Interessant ist, daß der riesige Markt nach einzelnen Sparten unterteilt ist. Es gibt ein Viertel der Teppichhändler, große Abteilungen, in denen hauptsächlich Lederwaren, Jeans und Textilien angeboten werden, Quarteier der Gold- und Silberschmiede usw. Das Warenangebot reicht vom billigen Ramsch bis zur kostbaren Antiquität, die allerdings nur selten zu finden ist.

Natürlich gibt es innerhalb des Basars auch wichtige Service-Einrichtungen. Dazu zählen, wie hier im Bild, inmitten von Wegkreuzungen aufgestellte Brunnen, eine kleine Moschee, ein Kaffeehaus, ein Postamt und selbstverständlich auch ein Bankschalter.




Die Ausläufer des Basars setzen sich im Norden in offenen Landstraßen in Richtung Goldenes Horn fort.




Da die Stundenlöhne in der Türkei wesentlich niedriger als in Mitteleuropa sind, sind hier Gegenstände, die mit einem erheblichen Aufwand an manueller Arbeit gefertigt worden sind, vergleichsweise preiswert. Die gilt insbesondere für Gold- und Silberschmuck, Kelims, Lederwaren, Textilien, Souvenirs aus Kupfer oder Messing und für Teppiche aller Art.





g) Topkapi Sarayi (Alter Sultanspalast)

Die weltberühmte Palaststadt des Topkapi Sarayi, auch Alter Palast oder Kanonentorpalast genannt, ist auf dem ersten der sieben Hügel von Konstantinopel angelegt. Sie nimmt eine Fläche von ca. 70 ha ein. Hier befand sich einst die Akropolis der antiken Stadt Byzantion.



Das weitläufige Areal gliedert sich in einen inneren und einen äußeren Serail, hier lebten zeitweise bis zu 5000 Menschen. Im Zweiten Hof der Palastanlage befinden sich die Palastküchen, eine kleine Moschee, der ehemalige Marstall sowie der Kubbe Alti mit dem Eingang zum Harem.


Bild unten: Blick vom Sultanspalast - Asien zum Greifen nahe!






h) Weitere Impressionen aus der Altstadt von Istanbul





Angelockt vom Großen Basar strömen hier die Menschen durch die teilweise engen Gassen









i) Mit dem Boot durch den Bosporus



Nach dem Mittagessen einem Fischrestaurant am Bosporus machen wir heute von ca 15 bis 17 Uhr eine Fahrt mit einem Schiff am Bosporus und im Goldenen Horn vom Restaurant bis zur Altstadt von Istanbul zurück. Hier ein paar Fotos:

 
... noch im Fischrestaurant....



  
Durch einen Zufall sehen wir auch die größte Privatjacht der Welt:
die Jacht von Kemal Atatürk


 


Schon in der Antike beschäftigt man sich mit der Frage, wie man trockenen Fußes über den Bosporus gelangen kann. Es dauerte bis 1970 als ein britisch-deutsches Firmenkonsortium eine Stahlhohlkastenbrücke konstruiert, die aus Anlaß des 50. Jahrestages der Türkischen Republik dem Verkehr übergeben werden konnte. Sie verbindet den europäischen Stadtteil Ortaköy mit dem asiatischen Stadtteil Beylerbeyi. Die Brücke, über die täglich weit mehr als 100.000 Kraftfahrzeuge rollen, ist insgesamt 1560 m lang, wobei die Spannweite zwischen den beiden 165 m hohen Pylonen nicht weniger als 1074 m beträgt. Auf der 33,4 m breiten Konstruktion sind sechs Fahrbahnen verlegt. Bei einer Durchfahrtshöhe von 64 m können auch größte Fahrgastschiffe passieren.



Zwischen 1985 und 1988 wurde dann 5 km weiter nördlich eine zweite Brücke über den Bosporus erbaut. (siehe Foto)



 

Daten dieser neueren Bosporusbrücke: Gesamtlänge 1510 m, Höhe der Pylonen: 106 m, Spannweite zwischen den Pylonen: 1050 m, Breite der Brücke: ca. 40 m (8 Fahrbahnen). Durchfahrshöhe: 64 m über dem Wasserspiegel.



 



...Abendstimmung am Bosporus...





SO, 25.08.1998
• um 7:30 aufstehen, Frühstück
• 7:30-11:00 Marsch Richtung Westistanbul (Hotel, Hagia Sofia, Blaue Moschee, Yeni Cami, Gewürzbasar, Süleymanile Camil-Moschee, Universität, Beyazit Camil, Großer Basar, Sehzade-Camil (Prinzenmoschee), Rathaus von Istanbul, Fatih Mehmet Camil, Stadtmauer)
• 11:00-14:00 Spaziergang Richtung Norden zum Goldenen Horn und weiter über die Galatabrücke in den Stadtteil Kasimpasa und auf den Hügel bis Taxim . Dort bei der Feier anläßlich 75 Jahre Republik Türkei zusehen
• 14:00-16:00 Mittagessen im McDonald und danach wieder bis zur Blauen Moschee zurückwandern.
• 16:00-18:00 Pause im Hotel
• 18:00-23:00 Nachtmahlessen im Hotel, „Raki-Time“, Kurzer Abendspaziergang zur Hagia Sofia und zum Bahnhofsplatz (2. Abendessen vom Burger King holen)
Gesamte heute zu Fuß zurückgelegte Strecke ca. 16 km



Hier einige Fotos von meinem "Sonntagsspaziergang":


a) Straßenmarkt zwischen der Universität und der Yeni Cami



Ich marschiere vom Hotel zuerst an der Süleymanile Camil vorbei und dann Richtung Yeni Cami. Von dort an beginnt ein langgezogener Straßenmarkt der sich bis zum Universitätsgelände erstreckt. Um die Waren vor dem Regen zu schützen, werden Tücher einfach quer über die Straße gespannt.









b) das Universitätsgelände


Die Istanbuler Universität, an der heute mehrere Zehntausend Studierende eingeschrieben sind, ist im Jahre 1845 auf Initiative von Sultan Abdülmecit eingerichtet worden. Die Bauten der hochschule stehen auf dem Gelände des früheren Eski Saray, also jenes Palastes, den sich Sultan Mehmet der Eroberer im 15. Jh. erbauen ließ. 



Auf dem Platz der Freiheit vor der Universität sind zahlreiche Händler und Schuhputzer die auf Kunden, vor allem Touristen, warten.









c) Sehzade Camii (Prinzenmoschee)


Auf dem Weg Richtung Westen.....

Ich wandere vom Universitätsgelände entlang der Sehzadebasi Caddesi weiter bis zur Prinzenmoschee.



Die Sehzade Camii (Prrinzenmoschee) gehört auch zu den schönsten islamischen Sakralbauten Istanbuls. Es handelt sich um das „Gesellenstück“ des großen Baumeisters Sinan und wurde 1548 vollendet. Die 37 m hohe Hauptkuppel hat 18m Durchmesser. Zum Komplex der Prinzenmoschee gehören mehrere Nebenbauten.



d) Beleddiye Sarayi (Rathaus)





Auf historischem Baugrund, nämlich auf dem Gelände des oströmischen Kapitols, steht heute das in den sechziger Jahren des 20. Jh. errichtete Rathaus von Istanbul. Die Außenanlagen sind erst 1996 aus Anlaß der UN-Konferenz „Habitat II“ renoviert und auf „Hochglanz“ gebracht worden.


e) Sultan Mehmet II. Fatih Külliyesi (Komplex der Eroberermoschee)




Nach der Einnahme Istanbuls (1453) ließ Sultan Mehmet der Eroberer auf dem vierten Stadthügel eine große Moschee mit etlichen Nebenbauten errichten.



In der Mitte der Moschee befindet sich ein Reinigungsbrunnen, der schon vor der ersten Moschee dort gestanden hat. Hinter der Moschee befindet sich ein Friedhof mit dem im 18. Jh. rekonstruierten Grabmal von Sultan Mehmet, dem Eroberer.


f) Kasimpasa

Ich wandere anschließend weiter nach Norden bis zum Goldenen Horn, überquere die Galatabrücke und spaziere bis zum Stadtteil Kasimpasa. 






g) Beyoglu



Nach Kasimpasa ist mein nächstes Ziel heute der Taksim-Platz im Zentrum des modernen Stadtteil Beyoglu. Der Taksim-Platz ist einer der verkehrsreichen Plätze in Istanbul. Von hier strahlen einige der Verkehrsadern der Stadt sternförmig aus.



Schon in historischer Zeit hatte der Taksim-Platz eine Funktion als Verteiler: Hier oben befand sich ein großes Trinkwasserreservoir. Heute gruppieren sich um den Platz verschiedene kulturelle Institutionen, Nobelherbergen international operierender Hotelketten und außerdem ist der Platz einer der wichtigsten Knotenpunkte des regionalen Busliniennetzes.


Foto unten:

Im Zentrum des Taksim-Platzes befindet sich das Unabhängigkeitsdenkmal, das Atatürk mit seinen Kampfgefährten zeigt.



An diesem Sonntag, an dem ich auf dem Taksimplatz bin, findet gerade eine große Veranstaltung anläßlich der 75. Wiederkehr des Jahrestages der Gründung der türkischen im Jahre 1923. In diesem Jahr wurde die Türkische Republik durch Mustafa Kemal proklamiert und die Hauptstadt nach Ankara verlegt. Mustafa Kemal erhielt 1935 den Ehrentitel „Atatürk“ (= Vater der Türkei) und bis zu seinem Tod war er Präsident der Republik. 

Hier ein paar Fotos von der Feier....






nächstes Foto:

Ansprachen anläßlich der 75-Jahr-Feier. Hier die ehemalige Premierministerin der Türkei



 



 




Besonders bemerkenswert: Wegen der drohenden Gefahr von Attentaten kurdischer Separatisten ist ein enormes Polizeiaufgebot an diesem Tag. Über 30 Polizeibusse und unzählige Autos, ja sogar Polizeipanzer, Wasserwerfer und viel mehr durchstreifen an diesem Tag das Zentrum der Neustadt. Und die Polizisten sind mit Schilden und Tränengas ausgerüstet und werden von Armeeangehörigen und an allen umgebenden Dächern postierten Scharfschützen unterstützt. 








h) Galata und Goldenes Horn



Nach diesem einmaligen Ereignis im Zentrum der istanbuler Neustadt und einer ordentlichen Mittagspause marschiere ich den Hügel abwärts in den Stadtteil Galata. Dieser alte Stadtteil liegt nördlich am Eingang zum Goldenen Horn und wird vom mächtigen Galataturm beherrscht. Hier bestand bereits im 5. Jh eine kleine Wehrsiedlung, diese wurde im Laufe der Zeit zur Keimzelle der „europäsichen“ Neustadt von Istanbul.



Der 61 m hohe Galata Kulesi (Galataturm) beherrscht den Stadtteil Galata. Bereits im 5. Jh. stand hier ein Turm und anno 1348 bauten die Genueser hier einen Wehrturm. Im Lauf seines Bestehens ist das Bauwerk mehrfach beschädigt und immer wieder renoviert und teilweise neugestaltet worden. Vom Aussichtsumgang bietet sich ein überwältigendes Panorama auf die Stadt, das Goldene Horn und den Bosporusausgang Richtung Marmarameer.



Eine Holzbrücke ist bereits im Jahre 1845 über den Eingang zum Goldenen Horn geschlagen worden. Doch der stürmische Ausbau des europäerviertels auf dem Galatahügel machte bereits 18 Jahre später einen Neubau notwendig. Die Vorgängerin der heutigen Galatabrücke hat man vor kurzem einige Kilometer weiter landeinwärts über das Goldene Horn geschlagen.

Die heutige hochmoderne Galatabrücke ist 1991 dem Verkehr übergeben worden. Diese 468 m lange und 42 m breite Brücke ist mit deutschem „Know how“ errichtet worden. Wie ihre Vorgängerin kann auch sie in der Mitte aufgeklappt werden, damit Seeschiffe vom Bosporus ins Goldene Horn einfahren können.





Blick auf die "Asiatische Seite" der Stadt:





Foto unten: Fischmarkt am Hafen in Galata

Am Horizont: die Yeni Cami auf der anderen Seite des Goldenen Horn und rechts davon der Beyazit-Turm



 

Am Hafengelände südlich des Goldenen Horn herrscht heute am Sonntag reges Markttreiben



 


MO, 26.08.1998

Leider muss jede Reise wieder einmal zu Ende sein... Um 7 Uhr stehen wir auf und gleich nach dem Frühstück fahren wir zum Flughafen und treten unsere Heimreise an...


demnächst -> nächste Reise: Reise 14: Eine Woche in München


Bisherige Artikel vom "Reisearchiv":

REISE 1 - Tunesien
REISE 2 - Paris
REISE 3 - München und Salzburg
REISE 4 - London
REISE 5 - Amsterdam
REISE 6 - Südtirol
REISE 7 - Rundreise zu den Höhepunkten von China - Teil 1
REISE 7 - Rundreise zu den Höhepunkten von China - Teil 2
REISE 8 - USA/Kanada - zu den Höhepunkten der amerikanischen Ostküste - Teil 1
REISE 8 - USA/Kanada - zu den Höhepunkten der amerikanischen Ostküste - Teil 2
REISE 8 - USA/Kanada - zu den Höhepunkten der amerikanischen Ostküste - Teil 3
REISE 9 - 9 Tage in Rom (Teil 1)
REISE 9 - 9 Tage in Rom (Teil 2)
REISE 10 - Von Bucht zu Bucht im östlichen Mittelmeer
REISE 11 - Budapest
REISE 12 - Barcelona

demnächst:
REISE 14 - Eine Woche in München
REISE 15 - Zu den Höhepunkten des amerikanischen Westens
REISE 16 - Cote d'Azur & Co
REISE 17 - Insel Rab
REISE 18 - Prag, die goldene Stadt
REISE 19 - Kreuzfahrt in der Ostsee
REISE 20 - ein paar Tage in Berlin
REISE 21 - Rundreise durch Indochina Thailand, Laos und Vietnam